Wer mich inspiriert

May 19, 2017  •  Kommentar schreiben

Jeder hat Vorbilder. 

Täglich werden wir berieselt von einer kaum zu bewältigenden Bilderflut und entscheiden dabei in Sekundenbruchteilen, ob uns ein Foto gefällt oder nicht. Zu beschreiben, warum das eine Bild gefällt und das Andere nicht, fällt den Meisten dabei aber sehr schwer. "Es sieht halt gut aus." Zu mehr langt es meistens nicht. Wird ja auch nicht gefordert, und wird auch nirgends geschult. Geschmack, so scheint es, entwickelt sich aus dem Nichts. Und da er sich aus dem Nichts entwickelt, und wir ihn nur schwer beschreiben können, lässt sich darüber eben auch nicht streiten. Obwohl es mir bei so manchen Geschmäckern zum Streiten zumute ist.

Ist das ganze Gerede von Bildsprache, Bildkomposition, Belichtung am Ende also nur der Zeitvertreib einiger weniger Experten? Ich glaube nicht. Ich denke, Geschmack - gerne kann man auch das Wort "Stil" benutzen - entwickelt sich. Er ist nicht einfach nur da. Vorbilder spielen in diesem Prozess eine große Rolle. Spätestens seitdem ich mich beruflich mit Bildern beschäftige, konsumiere ich Bilder gezielter. Ich bleibe länger vor einem Bild stehen, und versuche zu beschreiben, warum es mir gefällt, oder auch nicht. Und besondere Freude macht es mir, wenn ich mal wieder einen Fotografen entdecke, der mich begeistert. Ich lasse mich von meinem Geschmack leiten und stell mir dann folgende Fragen:

1. Welche Motive haben die Bilder dieses Künstlers mit meinen anderen Favoriten  gemein?

2. stehen die Motive in einem bestimmten Kontext zu ihrer Umgebung?

3. Farbe oder Schwarz/Weiß?l

4. Hartes oder weiches Licht?

Wenn man lernt, diese Fragen an die Bilder zu stellen, dann wird man früher oder später in der Lage sein, den eigenen Stil beschreiben zu können. Sicher ist dieser Fragenkatalog nicht abschließend, aber er gibt eine erste Orientierung. Der eigene Stil ist über die Zeit auch wandelbar, manchmal erweitern sich die Interessen oder verlagern sich komplett. Trotzdem sollte jemand, der gerne Vögel im morgendlichen Nebel fotografiert, nicht unbedingt den Anspruch an sich stellen, gleichermaßen fähig in der Architekturfotografie zu sein.

Mich inspiriert derzeit der australische Fotograf Cameron Mackie.  Er ist da wo ich gerne hin möchte. Vorbild eben. Und wenn ich die oben genannten Fragen an seine Bilder herantrage, dann komme ich auf folgende "Formel" für meinen Geschmack/Stil: Menschen, Fashion, verdeckter Akt, Outdoor, Farbe, mittelweiches Licht                

 



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